Berlinreise 2016 #1 – Ein holpriger Start

Wir waren schon öfter in Berlin und Potsdam. Zum letzten Mal sogar erst vor kurzem. Im Dezember zur Deutschlandpremiere von „The Hateful 8“

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Ja das ist Jürgen Trittin 😉

Hateful8

 

 

 

 

 

Das war aber ein sehr spontaner und kurzer Aufenthalt. Schon bevor wir überhaupt an dazugehörigen Gewinnspiel teilnahmen, hatten wir einen Berlinurlaub geplant und ein Ferienhaus gemietet. Nicht direkt in Berlin und auch nicht direkt in Potsdam. Sondern in Ketzin, direkt an der Havel. Es ist zwar über eine Stunde Fahrt nach Berlin Innenstadt, aber dafür hat man auch seine Ruhe und vor allem Wasser, Natur und Vögel ohne Ende. Das ist wirklich ein schöner Ausgleich zu einem hektischen Tag in dieser großen Stadt!

Ich glaube wir hatten das Ferienhaus im Oktober gemietet. Vier Wochen vor Reiseantritt sollte man das Geld überweisen. Als mein Mann das erledigte, schrieb er auch noch gleich eine Email an den Vermieter, in der Hoffnung dass der den Geldeingang und den Mietzeitraum noch mal bestätigt. Aber nichts – nur Schweigen. Egal, wir hatten einen schriftlichen und unterschriebenen Mietvertrag, die Häuser (er hat mehrere) haben gute Bewertungen. Also keine Sorgen machen. Naja… fast!

 

Montag – Es geht los!

Am Montag, dem 11. April ging es morgens um 9 Uhr los nach Ketzin. 30 Minuten vor Ankunft solle man dem Vermieter bescheid sagen, stand im Mietvertrag. Gegen 12:30 Uhr war es so weit und mein Mann rief an. Ging keiner ran. Da wurde mir dann doch etwas mulmig. Vor allem hatten wir vor ein paar Wochen bei Aktenzeichen XY einen Fall gesehen wo Leute abgezockt wurden mit einer Ferienhausvermietung. Da wird man schon mal paranoid.

So schlimm war es dann aber doch nicht. Der Vermieter rief kurz darauf zurück und wir verkündeten unsere Ankunft. Es meinte daraufhin es würde etwas länger dauern, er stünde gerade im Baumarkt und käme nicht gleich los. Alles kein Thema. Wir haben ja keine Eile.

Doch keine 2 Min. nach Beendigung des Gespräches klingelte das Handy wieder. Noch mal der Vermieter. Welches Haus wir denn gemietet hätten, er hätte gar niemanden auf dem Plan zur heutigen Anreise. Ääääh? Okaaay. Das war der Punkt wo ich dann doch Panik schob und im Kopf sich schon der Film abspulte dass wir alle frustriert wieder nach Hause gurken würden. Insgesamt 7 Stunden Autofahrt für nichts. Urlaub im Eimer. PANIK!!!

Wir nannten ihm das Haus, er fragte noch ob wir den Vertrag dabei hätten (hatten wir zum Glück) und meinte dann, leider wäre das Haus noch nicht ganz gereinigt, wir könnten erst gegen 15 Uhr ins Haus. Uff… doch nicht nach Hause. *Panik off* Aber trotzdem: Mimimimi! Na super *grmpf* So fängt der Urlaub natürlich richtig gut an.

Also guckten wir uns voll motiviert die ehemalige DDR an. Hier sollte es doch irgendwo ein Schloss geben, war doch vorhin ein Schild. Schloss Paretz. Also schnell mal geoogelt und hingefahren. Ich sag euch: SA-GEN-HAFT! Traumhafte Schlossgärten, wundervolles Prinzessinnenschloss… Okay, okay, okay! Wer Schloss Paretz kennt zieht jetzt die Augenbrauen hoch und fragt sich was ich für Drogen genommen habe 😀
Also liebe Ketzin-Besucher: Schloss Paretz lohnt sich nicht, insofern ihr auf tolle Gärten hofft! Ich glaube innen ist das Schloss ganz sehenswert, es gibt dort eine tolle Ausstellung. Aber mit Hund kann man so ein Schloss nicht von innen besichtigen – wofür ich übrigens vollstes Verständnis habe! Die Gärten sind eher enttäuschend. Die bestehen nur aus Bäumen und massenweise Feuerkäfern. Ich erhoffte mir eigentlich auch ein paar schöne angelegte Blumen- oder Kräuter-Beete. Aber da war nichts. Vielleicht ist der April dafür aber auch der falsche Monat.

Da es Mittagszeit war und die Schlossgärten nicht den erhofften Spaziergangsinput hergaben, suchten wir ein Lokal zum Essen und landeten dann bei „Redo XXL“.

Redo XXL sollte so manchem Galileo-Schauer ein Begriff sein. Jumbo Schreiner hat mit denen schon Riesen-Donuts, XXXXXL-Fischstäbchen und was weiß ich noch alles fabriziert. Man kann da 3kg-Fleischplatten bestellen und allerlei andere XXL-Portionen. Ich blieb allerdings nach dem durchblättern der Karte bei der Normalgröße eines Schnitzels mit Pommes. Das Essen lag mir aber schwer im Magen. Die Pommes und das Schnitzel waren von der Qualität in Ordnung, aber ich fand beides arg überwürzt.

Nach dem Essen war es kurz vor 15 Uhr und wir machten uns auf den Weg ins Ferienhaus, wo der Vermieter schon auf uns wartete. Das Haus war so toll wie auf den Fotos. Es passten zwei Autos aufs Grundstück und wir hatten hinten eine tolle Terrasse mit einem Bootsanleger. Zudem ist das Grundstück bis auf die Wasserseite komplett eingezäunt, so dass Hundebesitzer sich keine Sorgen machen müssen dass der Vierbeiner mal eben alleine irgendwo hin geht. Insofern er nicht schwimmt ;D Am Wasser gab es auch gleich die ersten Besucher:

Angekommen. Und wir haben schon gleich den ersten Besuch!

Ein von Verspielt (@jennifer_verspielt) gepostetes Foto am

Der Tag endete allerdings genauso chaotisch wie er begann. Wir machten uns nach dem ausladen des Gepäcks nämlich gleich auf nach Berlin. Mein Mann wollte gerne eine 3-stündige Abendtour auf der Spree machen. 19 Uhr sollte es los gehen. Leider war das alles sehr knapp geplant und wir standen kurz vor 19 Uhr ratlos am Anleger „Alte Börse“ und fragten uns wo wohl das märkische Ufer sei wo es losgehen sollte.
Ich glaube mein Mann hat sich da auch verlesen oder sich falsch informiert. Bei den Reedereien, deren Internetseiten ich angeschaut habe, fand ich nirgends eine Abendfahrt mit Startpunkt Märkisches Ufer.

Btw. fanden wir das Märkische Ufer am Mittwoch. Google Maps hat uns da erfolgreich hingelotst. Allerdings verkündete mein Mann mir dann (es war fast 18 Uhr) dass die letzte Fahrt um 17 Uhr startete. Ich war nah dran ihn in die Spree zu werfen, das könnt ihr mir glauben. Für Erwachsene ist so ein kilometerlanger Fußmarsch durch die Großstadt ja kein Thema, aber für einen 5-Jährigen eine halbe Weltreise. Aber der Mini hat es echt gut mitgemacht und sich nicht beklagt. Er war nur traurig dass es doch keine Bootsfahrt gibt. Schon wieder.

 

Dienstag – mein Alleine-Tag

Der Dienstag war kaum der Rede wert. Jedenfalls für mich. Ich hatte nämlich frei. Klingt langweilig, ist aber echt himmlisch! In einem fremden Haus wo ich wirklich NICHTS tun muss – keine Hausarbeit, keine Arbeit, kein Computer der mich zur Erledigung irgendwelcher Dinge an den Schreibtisch lockt… dazu auch noch alleine. Meine Familie zog an dem Tag nämlich alleine los und erkundete Potsdam. Mein Sohn war nur mal als Baby dort und kennt es daher überhaupt nicht. Während die Familie also Stadttouren durch Potsdam und seine Schlösser machte, lümmelte ich auf dem Sofa, verfolgte im TV den Fall Böhmermann und häkelte. Ja das mach ich wirklich 😉

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Zwischendurch genoss ich noch das schöne Wetter auf der Terrasse. Allerdings war es in der Sonne wirklich ziemlich warm.

Abends war ich dann wirklich sehr entspannt, als meine Familie nach Hause kam um mich abzuholen. Wir wollten uns gemeinsam in Potsdam ein Restaurant fürs Abendessen suchen. Eigentlich wollten wir zum fliegenden Holländer, wo ich mit meinem Mann 2011 schon einmal essen war.

Aber wir entschieden uns dann doch für was anderes. Nämlich das Altstadt Hotel & Retsaurant – das kann ich für Familien echt seeeehr empfehlen! Noch nie hatten wir so einen entspannten Restaurantbesuch!

Der Sohn hat gleich einen großen Korb Buntstifte und zwei Malbücher gebracht bekommen. Seine Apfelschorle kam gleich mit Strohhalm und auch seine besonderen Essenswünsche (er ist beim Essen leider sehr mäkelig) wurden vollends umgesetzt.

Auch wir Erwachsenen waren richtig glücklich. Wir haben alle etwas mit Spargel ausgewählt und waren sehr zufrieden. Die Portionen waren nicht zu groß und nicht zu klein, das Essen war sehr lecker und frisch zubereitet, die Preise human und die Kellner sehr zuvorkommend und aufmerksam. Was will man mehr?

Danach schlenderten wir durchs holländische Viertel und vorbei an den geschlossenen Geschäften zurück zum Auto. Viele Fußgänger beäugten kritisch das putzmuntere Kind das neben mir Frühlingslieder sang. Es war da schon nach 22 Uhr. Ja, eigentlich gehört das Kind um die Zeit ins Bett. Ist er eigentlich auch. Ich finde aber, man sollte es im Urlaub nicht ganz so genau nehmen. Vor allem wenn das Kind noch nicht müde oder quengelig ist.

Fortsetzung folgt…

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